Blog · Türen und Fenster
Innentür austauschen: muss die Zarge wirklich raus?
Die Tür ist zerkratzt, die Farbe ist aus den Achtzigern, aber die Zarge sitzt eigentlich noch gut. Muss die trotzdem raus? In vielen Fällen nicht. Das spart Schmutz, Zeit und einen guten Teil der Kosten.
Wann das Türblatt allein reicht
Nur das Blatt zu tauschen funktioniert, wenn alle vier Punkte stimmen:
- Die Zarge ist unbeschädigt und sitzt fest in der Wand
- Sie ist nicht verzogen, die Tür schlug vorher sauber an
- Die Bandart ist gängig, meist zwei oder drei Einbohrbänder
- Sie finden ein Blatt im passenden Normmaß
Der letzte Punkt ist der Knackpunkt. Türblätter gibt es in festen Normmaßen, üblich sind 610, 735, 860 und 985 Millimeter Breite bei 1985 oder 2110 Millimetern Höhe. Ist Ihre Tür ein Sondermaß, wird ein Einzelstück nötig und der Preisvorteil schmilzt.
So messen Sie richtig: Nicht das alte Blatt messen, das ist über die Jahre nachgearbeitet worden. Messen Sie die lichte Öffnung der Zarge, also von Falz zu Falz, und rechnen Sie den Überschlag dazu. Am sichersten: ein Foto der geöffneten Tür samt Bändern schicken und beide Maße dazu.
Wann die Zarge mit muss
- Sie ist aus Stahl und soll gegen Holz getauscht werden
- Der Türanschlag soll auf die andere Seite wechseln
- Die Öffnung soll breiter werden, etwa für einen Rollator
- Die Zarge hat Wasserschaden am Fuß oder ist ausgerissen
- Sie hat eine ungewöhnliche Wandstärke, zu der es kein Blatt gibt
Wie lange das dauert
- Nur Blatt: etwa eine halbe Stunde pro Tür, kaum Schmutz
- Blatt und Zarge, Holzzarge: zwei bis drei Stunden pro Tür
- Stahlzarge herausnehmen: deutlich mehr, hier wird geflext und die Laibung muss anschließend hergerichtet werden
Wenn die Zarge raus muss, planen Sie den Wandanschluss gleich mit ein. Danach muss verputzt und gestrichen werden, und das gehört ins Angebot, sonst stehen Sie am Ende mit einer neuen Tür und einer aufgerissenen Wand da.
Auf welche Details es sonst noch ankommt
Bodenluft
Unter der Tür braucht es Platz, damit Luft nachströmen kann. Üblich sind sieben bis zehn Millimeter, bei Räumen mit Abluft mehr. Wer den Boden erneuert hat und die Tür danach schleift, hat meist genau hier das Problem.
Schallschutz
Eine leichte Wabentür ist günstig, lässt aber alles durch. Für Schlafzimmer und Büro lohnt eine Röhrenspan- oder Vollspantür mit umlaufender Dichtung. Der Unterschied ist deutlich hörbar.
Drückergarnitur
Achten Sie auf den Lochabstand, üblich sind 72 Millimeter bei Zimmertüren. Kaufen Sie Blatt und Garnitur zusammen, dann passt es.
Kurz zusammengefasst
- Sitzt die Zarge fest und gerade, reicht meist das Türblatt
- Lichte Öffnung messen, nicht das alte Blatt
- Zargentausch bedeutet immer auch Putz- und Malerarbeit
- Bodenluft und Schallschutz vorher festlegen, nicht hinterher
Unsicher, was bei Ihnen sinnvoll ist?
Wir schauen uns das vor Ort an und sagen ehrlich, was sich lohnt und was nicht. Die Beratung kostet nichts und verpflichtet zu nichts.