Blog · Altbau

Alte Holzfenster sanieren oder austauschen?

Von Timo Herrmann · zuletzt aktualisiert am 21. August 2026

In den Altbauten rund um Rastatt, Baden-Baden und Gaggenau stecken noch viele Fenster aus den 1920er bis 1960er Jahren. Fast immer lautet der erste Rat: raus damit, Kunststoff rein. In etwa der Hälfte der Fälle ist das falsch. Hier steht, woran Sie den Unterschied erkennen.

Zuerst: das Holz prüfen, nicht die Optik

Abblätternde Farbe sieht schlimm aus, sagt aber wenig. Entscheidend ist, ob das Holz darunter noch tragfähig ist. Der einfachste Test geht mit einem Schraubendreher: Drücken Sie die Spitze mit mäßigem Druck in den unteren Rahmenbereich, dort sammelt sich das Wasser. Bleibt sie an der Oberfläche, ist das Holz gesund. Sinkt sie weich ein, sitzt dort Fäulnis.

Prüfen Sie das an drei Stellen pro Fenster: unterer Rahmenschenkel, untere Ecken des Flügels und die Wetterschenkel. Diese drei Stellen verraten fast immer den Zustand des ganzen Fensters.

Faustregel: Sind die Rahmen aus Kernholz und weniger als ein Fünftel der Fläche geschädigt, lohnt die Sanierung fast immer. Alte Fenster haben oft engjährige Hölzer, wie sie heute kaum noch verbaut werden.

Was bei der Sanierung tatsächlich passiert

Der größte Gewinn kommt oft nicht vom Anstrich, sondern von der Dichtung und der Einstellung. Ein altes Fenster, das nicht mehr richtig anliegt, verliert deutlich mehr Wärme als eines mit einfacher Verglasung, das sauber schließt.

Wann der Austausch die ehrlichere Antwort ist

Tauschen ist sinnvoll, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

Und die Wärmedämmung?

Einfachverglasung liegt bei einem U-Wert um 5,0. Ein modernes Fenster schafft rund 0,9. Der Unterschied ist real. Zwei Dinge kommen aber dazu:

Erstens lässt sich ein Kastenfenster durch eine zweite Ebene erheblich verbessern, ohne die Optik zu verlieren. Zweitens verschiebt ein Fenster, das plötzlich dicht ist, die Feuchtigkeit an die nächstkälteste Stelle. Das ist dann oft die Außenwand hinter dem Schrank. Wer nur die Fenster tauscht und sonst nichts ändert, hat manchmal danach Schimmel, den er vorher nicht hatte.

Denkmalschutz

Steht das Haus unter Denkmalschutz oder in einer Erhaltungssatzung, entscheidet nicht der Geldbeutel, sondern die Behörde. In Rastatt betrifft das vor allem die Innenstadt. Klären Sie das, bevor Sie Angebote einholen. Ein genehmigungsfähiges Sanierungskonzept ist oft günstiger als der Streit um einen Austausch, der nicht erlaubt wird.

Kurz zusammengefasst

Unsicher, was bei Ihnen sinnvoll ist?

Wir schauen uns das vor Ort an und sagen ehrlich, was sich lohnt und was nicht. Die Beratung kostet nichts und verpflichtet zu nichts.